Dienstag, 15. Oktober 2013

Mental

Gedankenverloren geheime Worte
in die Tischplatte kratzen

vernebelt versteckte Gedanken
zu Papier bringen

und wieder ausradieren.
Als wären sie nie

gewesen.
Nur Abdrücke im Papier

zeugen von ihrer ehemaligen Existenz,
zu kurz, nicht prägend.

Vergessen. Bleistiftschraffur.
Erinnerung.

Gedanken wie benutztes Papier.
Doppelt, dreifach beschrieben.

Radiert, radiert.
Wie die kleinen Krümel im Licht tollend

vom Tisch rollen, auf deinem Schoß
ruhen und warten.

In ihren kleinen stummen Herzen
die Worte, die leise singen.

Gehört werden wollen,
sich verzehren nach Aufmerksamkeit.

Die Last der Worte, schwer
auf deinem schwachen Körper.

Verloren zwischen jetzt und hier.
Wie wir. Verloren.

Worte werden wie der, der
sie schreibt.

Wie sind die meinen?
Schwer? Oder leicht?

Geschwungen oder gerade?
Echt oder gelogen?

Wie bin ich
dass sie werden können

wie sie sind?
Wie bin ich?

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