Samstag, 4. Januar 2014

Gedichte des letzten Jahres (4)

Wie wir uns an
seidenen Fäden
in Form gedrehter
Kippen entlang
hangeln.

Wie wir einander
Hände reichen
um dann
loszulassen.

Wie wir uns im
Vollrausch
frei fühlen
und nicht sehen:

das ist eigentlich
ein Tunnel ohne Licht,
ohne Ende.
Gefangen.

Die winterliche Abendluft
auf den nackten
Unterarmen, sehen
wir zu den Sternen.

Wir frieren nicht,
erfrieren ist
nur für unsere
Herzen.

Die Kehlen brennen,
können nicht sprechen
mit geschwollenen
Zungen.

Wir spüren das
Leben
am stärksten wenn
wir sterben.

Gedichte des letzten Jahres (3)

Du sagst
ich bin
dein Anker.

Und du
schreibst damit
mein Schicksal.

Sinken, ertrinken,
ertrinken, sinken.
Verhakt, erstickt.

Dieser Druck
zieht mich
auseinander, auseinander.

Kälte, einsam.
Schicksal, Schicksal.
Deine Sicherheit.

Du sagst
ich bin
dein Anker.

Doch eigentlich
bin ich
der Sturm.

Gedichte des letzten Jahres (2)

Mit zitternden Händen
umklammert der
vererrbte Zorn,

verschenkt und empfangen
verabscheut und erlaubt
ewig nicht verebbend,

meine schmerzenden
Handgelenke,
sind wie Fesseln.

Fesseln, die mich scwer
auf dem Boden halten,
kurz davor mich in

den Abgrund zu ziehen.
Die schweren Fesseln
der Wahrheit.

Mit zitternden Händen
und bebenden Lippen und
rennendem Herzen

ist das Schweigen
der lauteste Schrei
und keiner hört´s.

Mit zitternden Händen
und bebenden Lippen und
rennendem Herzen

ist der Sprung
der leichteste Fall,
wenn nichts dich hält.

Ich weiß nichts,
ich kenne nichts,
ich bin nichts.

Woher weiß ich dann,
as ich
fühl´?

Gedichte des letzten Jahres (1)

Hände und lachen
nervös, verkrampft

Zittern und Wanken
und ohne zu stehen

Fallen, so tief und
tiefer.

Herzen, verfangen in
Dornen, genährt mit Zorn.

Nachtragende Seelen,
hassgeschwängerte Luft,

Kaum zu atmen,
wie dicker Rauch,

giftig, aus den Tiefen
der sterbenden Welt.

Und wir ersticken
wir gehen verloren,

Die Hände und das Lachen
nervös und verkrampft.

Falsche Worte,
gelogenes Lob,

falsche Worte,
gelogenes Verständnis.

Eine vergessene Wut
jagt Tränen aus der See

Meiner Augen,
lässt mich nach Luft schnappen

Und keine greifen können,
ohne Halt.

An der Felswand,
iin der Schlucht.

Unter mir:
NICHTS.